Neuer Vorstand für den KEA Trier-Saarburg!

Am 12.12.23 wurde ein neuer Vorstand für den Kreiselternausschuss Trier-Saarburg gewählt. Die KEA-Delegierten wählten in ihrer Vollversammlung 6 Mitglieder in den Vorstand, es hatten sich drei ‚alte‘ und drei ‚neue‘ Vorstandsmitglieder aufstellen lassen: Fabienne Alt-Ensch (Köwerich), Nina Feit (Nittel), Annegret Neugschwender (Tawern), Nina Serowy (Bekond), Pascal Welter (Wincheringen) und Nina Zenner (Mertesdorf) bilden den neuen Vorstand des KEA Trier-Saarburg für die nächsten beiden Jahre.

In einer ersten konstituierenden Sitzung direkt nach der Vollversammlung wurde Annegret Neugschwender als KEA-Vorsitzende bestätigt. Die weiteren Funktionsämter werden in der ersten Vorstandssitzung gewählt.

KEA Trier-Saarburg trifft sich mit Parteivertreter:innen

Zum Austausch über die Lage der Kita-Eltern im Kreis Trier-Saarburg trafen sich Annegret Neugschwender, Vorsitzende des KEA Trier-Saarburg, und Pascal Welter mit Vertreter:innen verschiedener Parteien des Kreistags. Bereits vor der Sommerpause konnten Treffen mit FWG, SPD und Die Linke initiiert werden. Im Herbst folgten nun Treffen mit Bündnis 90 / Die Grünen und CDU.

Bei allen Treffen ging es um die aktuelle, schwierige Lage der Eltern und Familien aufgrund des Fachkräftemangels und der zum Teil enormen Kürzungen der Öffnungszeiten. Unter dem vorherrschenden Druck und Stress der Eltern leiden auch immer die Kinder.

Es wurde auch die Trägerlandschaft im Kreis betrachtet und man war sich einig, dass eine Professionalisierung der Träger unabdingbar ist. Wie das geschehen kann, wurde kontrovers diskutiert.

Annegret Neugschwender mit Vertreter:innen von Bündnis 90 / Die Grünen (von links nach rechts): Alfred Wirtz, Boris Bulitta, Elke Winnikes, Martina Schleier. Nicht im Bild aber bei dem Gespräch dabei: Martina Wehrheim und Heike Gleißner

Annegret Neugschwender mit Vertreter:innen der CDU: Markus Franzen (links), Bernhard Henter (2. von rechts), Stephanie Nickels (rechts)

Gefährlicher Trend: Eltern werden aus Kitas ausgeschlossen

Den Landeselternausschuss erreichen alarmierende Meldungen aus den Kitas, in denen die gute Idee der Verantwortungsgemeinschaft und die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft ad absurdum geführt werden.

Neben den Rückmeldungen aus Kitas, die die Nach-Corona-Zeit genießen, weil nun endlich keine Einschränkungen mehr gelten, häufen sich die Meldungen, nach denen Kitas Einschränkungen dauerhaft beibehalten und konzeptionell verankern wollen. Die meisten dieser Meldungen beziehen sich auf das Ausschließen der Eltern. In der Pandemie durften vielerorts die Eltern während der Bring- und Holsituation das Kita-Gebäude nicht mehr betreten. Rechtlich ist das schon lange nicht mehr vertretbar. Schon im November 2022 – also in einer Zeit, in der viele Menschen aufgrund der ausklingenden Pandemie noch sehr besorgt waren – hat die STAATSKANZLEI RHEINLAND-PFALZ schriftlich bestätigt:

Es ist rechtlich nicht zulässig, dass eine KiTa Eltern das Betreten des Gebäudes verbietet. Dabei werden die Grenzen des Hausrechts überschritten.

„Sie können den Kindergarten verklagen, wenn an der Regel weiterhin festgehalten wird. Wenn Sie die Regel missachten und das Gebäude betreten, dürfen die Erzieher Sie nicht davon abhalten.“

Leider scheint der Ausschluss der Eltern einigen Kitas jedoch derart gut gefallen zu haben, dass sie es nun dauerhaft beibehalten wollen.

In vielen Kitas stößt das leider auch auf die überwiegende Führsprache der Eltern. Laut der dem LEA vorliegenden Rückmeldungen und Beobachtungen, erläutert dort das pädagogische Personal, warum es für die Kita, die Eltern und die Kinder angeblich viel besser sei, wenn die Eltern die Kita gar nicht erst betreten – weniger Geschrei von Seiten der Kinder, schnelleres Einfinden der Kinder in den Kita-Alltag, keine Störung des pädagogischen Alltages mehr durch Eltern in der Kita. Das Fachpersonal lässt sich dieses, angeblich viel bessere, Vorgehen von den Eltern – durch Abstimmungen oder durch den Elternausschuss – „legitimieren“ und verankern es dann teilweise auch in der Konzeption.

In seinem Schulungs- und Beratungsprogramm setzt sich der LEA mit allen Kräften dafür ein und wirbt dafür, dass Elternhaus und Kita keine komplett voneinander getrennten Welten darstellen dürfen. Hintergrund: Selbst wenn jede einzelne dieser Welten in sich perfekt wäre, wirkt sich die Trennung negativ auf eine gesunde Entwicklung des Kindes aus. Daher sollen sich Eltern dafür interessieren, was in ihrer Kita passiert und sich die Zeit nehmen, ihr Kind in die Kita hinein zu begleiten und sich beim Abholen noch ggf. die Kunstwerke und Bauten ihrer Kinder anzusehen. Die Eltern, die Kitas nach dem „Drive-in-Prinzip“ nutzen, werden – nicht ganz zu Unrecht – als beratungsbedürftig angesehen, denn sie leben die so wichtige Bildungs- und Erziehungspartnerschaft nicht. Und nun wird dies ausgerechnet von Seiten einiger Kitas befeuert und fälschlicherweise als pädagogisch wertvoll dargestellt.

Hier wird leider das Bild von dem „funktionierenden“ Kind als dem „richtigen“ und „erstrebenswerten“ Kind propagiert. Was für die Erwachsenen logistisch als einfacher erscheint, wird als entwicklungspsychologisch gut dargestellt. Sogenannte „negative“ Gefühle – wie sie in der Bring- und Holsituation ja durchaus auftreten können – haben keinen Platz und sollen vermieden werden.

Der LEA betrachtet diesen Trend – dem scheinbar auch von Fachberatungen nicht konsequent entgegengewirkt wird – als höchst bedenklich und als einen massiven Rückschritt, was die so wichtige Bildungs- und Erziehungspartnerschaft betrifft. Das Zusammenwirken der Erwachsenen auf Augenhöhe hat sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen selbst eine wichtige Bedeutung. Es geht um ein Miteinander und eine gegenseitige Unterstützung dabei das gemeinsame Ziel der Erziehung, Bildung und Betreuung anzugehen. Es geht um den Aufbau von Vertrauen und das Meistern durchaus herausfordernder Aufgaben. Es geht darum einander als wichtige Ressource zu begreifen und dadurch den derzeit wirklich nicht geringen Herausforderungen im System Kita als Verantwortungsgemeinschaft zu begegnen.

Ein solches – für die Kinder ungemein wichtiges – Verhältnis der Erwachsenen untereinander entsteht nicht einfach so. Es braucht Zeit und Raum. Die tägliche Begegnung kann dabei nicht durch ein „ab und an mal“ ersetzt werden.  

Bei näherem Hinschauen stehen oft bauliche oder personelle Herausforderungen hinter der Abgrenzung der Kitas gegenüber den Familien. Dann ist es an der Verantwortungsgemeinschaft diese Mängel konsequent anzugehen, statt den so wichtigen Kontakt von Eltern und Kita einzuschränken. „Gute“ Gründe für eine schlechte Sache halten wir nicht für akzeptabel.

Der LEA setzt sich für eine tatsächlich gelebte Erziehungs- und Bildungspartnerschaft und für Kitas als Orte für die ganze Familie ein. Einer weiteren Verschließung der Kitas möchten wir daher entschieden entgegenwirken.

Betroffene Kitas, Elternausschüsse und auch einzelne Eltern haben die Möglichkeit mit dem LEA in den Austausch zu gehen (lea@lea-rlp.de). Gemeinsam können sicherlich Lösungen gefunden werden, die die Lage vor Ort berücksichtigen, dabei aber nicht zulasten der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft ausfallen.

Faktenpapier Rahmenvereinbarung

Wie Ihr wahrscheinlich bereits aus der Presse erfahren habt, sind die Verhandlungen über die Rahmenvereinbarung über die Planung, den Betrieb und die Finanzierung von Kitas sowie den Trägeranteil gescheitert. Die Verhandlungen rund um das Thema Inklusion laufen noch.

Nun tun sich natürlich viele Fragen auf: Was passiert jetzt mit den Kitas?, Was passiert mit den Trägern?, Was ist eine Rahmenvereinbarung?

Das Bildungsministerium hat dazu ein Informationspapier erstellt, welches einiges an Hintergrundinformationen enthält. Gerne stellen wir Euch das Papier hier zur Verfügung