Bericht aus dem JHA

Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Trier-Saarburg hat sich in seiner Sitzung am 10. Februar 2026 mit einer Vielzahl an Themen der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik befasst. Zunächst wurde vom ism (Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH) eine Studie vorgestellt „Qualitätsentwicklung durch Berichtswesen – Profil für den Landkreis Trier-Saarburg für das Jahr 2024“. Darin wurde u.a. deutlich gemacht, dass Kinder- und Jugendpolitik eine gute Investition darstellt. Wenn Landkreise in eine gute Infrastruktur und Familienfreundlichkeit investieren, können die Kreise dadurch mehr Zuzüge erhalten. Dabei zeigt die Studie, dass viele Zuzüge nicht automatisch höhere Kosten im Sozialbereich und der Kinder- und Jugendhilfe bedeuten. Im Gegenteil: Wegzüge verursachen wesentlich höhere Kosten.

In der Studie wurde auch gezeigt, dass es im Kreis Trier-Saarburg die niedrigste Kinder-Armuts-Quote in ganz RLP gibt.

Im Bereich der Hilfen nach § 35a SGB VIII für Kinder mit (drohender) seelischer Behinderung – beispielsweise Integrationshilfen (I-Hilfen) – ist im Landkreis Trier-Saarburg ein deutlicher und überdurchschnittlicher Anstieg zu verzeichnen. Diese Entwicklung wirkt sich zunehmend auf Kitas und Schulen aus, da dort mehr Kinder mit entsprechenden Unterstützungsbedarfen betreut werden.

Um solche Hilfen in Anspruch nehmen zu können, ist in der Regel eine diagnostische Feststellung notwendig. Dieser formale „Stempel“ ist zwar Voraussetzung, damit Unterstützungsleistungen gewährt werden können, wird jedoch zugleich kritisch gesehen, da eine solche Zuschreibung für die betroffenen Kinder belastend sein kann.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum die Zahlen in Trier-Saarburg besonders stark steigen. Diskutiert wurde unter anderem, ob in der Region häufiger diagnostiziert wird als in anderen Gebieten oder welche strukturellen Faktoren dazu beitragen.

Die Präsentation des ism kann auf der Seite des Jugendhilfeausschusses heruntergeladen werden: https://buergerinfo.trier-saarburg.de/getfile.php?id=95459&type=do

Anschließend wurde die Fallarbeit im Sozialen Dienst des Jugendamtes durch verschiedene Beispiele ausführlich vorgestellt und dann der Kreiszuschuss für den Sozialdienst kath. Frauen für die Mitarbeit im Bereich der Kindertagespflege beschlossen.

Danach wurde über den Sachstand beim Interessenbekundungsverfahren zur Ferienbetreuung informiert, dass zur Umsetzung des Ganztagsförderungsgesetzes (GaFöG) notwendig ist.

Im nächsten Punkt wurden Förderungen von Investitionsmaßnahmen im Bereich Kindertagesstätten beschlossen.

  • Ortsgemeinde Longuich, Katholische Kita „St. Laurentius“ in Longuich Investitionen im Rahmen des neuen KiTaGs, Sanierung und Auflagen Dritter
  • Stadt Saarburg, Kita „Blümchesfeld“ in Saarburg Sanierung nach Wasserschaden
  • Ortsgemeinde Trittenheim, Kita „St. Laurentius“ in Trittenheim Erweiterung Nebenraumprogramm und Umbau im Bestand
  • Kita-Baumaßnahme „Angela-Merici“ in Schweich Issel
  • dauerhafter Bedarf von 130-140 Betreuungsplätzen in der Kita Zemmer wird anerkannt

Im letzten Punkt wurde die Förderrichtlinie der Sozialen Arbeit an Schulen an die neue Terminleiste des Landes RLP angepasst.

Unter dem Punkt Verschiedenes konnte die Vorsitzende des KEA Annegret Neugschwender den neuen Vorstand des KEA Trier-Saarburg vorstellen. Die Präsentation des KEA kann hier angesehen werden: https://buergerinfo.trier-saarburg.de/getfile.php?id=95460&type=do

Alle weiteren Informationen zur Sitzung des JHA finden sich hier: https://buergerinfo.trier-saarburg.de/si0057.php?__ksinr=3434